Arno Fischer zum 90. Geburtstag

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"Ich komponiere nicht, die Welt an sich ist eine Komposition."

Arno Fischer

 

Arno Fischer fotografierte Menschen auf Straßen, Plätzen, in Cafés von Berlin bis New York. Er fotografierte sie bei Paraden und Demonstrationen – doch er wählte nicht die Momente des Jubels, des Pathos (sei er nun staatliche verordnet gewesen oder echt). Stets ist es der Moment kurz vor oder kurz nach dem eigentlichen Ereignis. Der Moment, in dem das Individuum noch oder wieder bei sich selbst ist. Mit Bildern Geschichten erzählen, das war sein großes Metier und sein großes Können.

Seine herausragende Arbeitsform war die Reihe. Die Reihe vielleicht noch mehr als die Serie, hatten seine Reihungen doch eher sehr weit übergeordnete Themen und Inhalte. Stets können seine Fotografien ganz einzeln für sich stehen. Zusammen bilden sie Welten aus.

Sie regen zur kontemplativen Anschauung an. Bilden ein gutes Teil des allgemeinen menschlichen Lebens ab. Beleuchten ganz unaufdringlich, ganz im Stillen Fragen unserer Existenz.Fragen zu Jugend und Alter, Liebe und Gleichgültigkeit, Gemeinschaft und - dies vielleicht ganz besonders – Alleinsein.

 

Auszug aus dem Text „Besser spät als nie“

Lesung zu Arno Fischers 90. Geburtstag am 14.4.2017 im Sprechsaal, Berlin

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